Mit Herzblut für Uri
Kantonale Wahlen am 8. März 2020
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Ich freue mich auf die Herausforderungen, die auf mich als Landammann zukommen und die Begegnungen, die es in diesem Amt geben wird. Ich werde mich weiterhin mit aller Kraft für unseren Kanton einsetzen!

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Publik

Hier erscheinen in unregelmässigen Abständen Beiträge aus meinem politischen oder beruflichen Alltag.

Festansprache zu 100 Jahre Wasserkraftwerk Amsteg

28. Oktober 2022

Wasserkraft ist das Herz des Kantons Uri. Als Hintergrund für unser Regierungsratsfoto 2022 habe ich deshalb symbolträchtig das Kraftwerk Amsteg gewählt. Das Kraftwerk steht nicht nur für den Pioniergeist der damaligen Zeit, sondern das Regierungsfoto soll auch aufzeigen, dass die Energie für den Kanton Uri in der nächsten Zeit das strategieprägende Thema ist.

 

Wenn wir heute die 100 Jahre des Kraftwerks Amsteg feiern, lohnt sich ein Blick zurück in die damalige Zeit. Der Anfang des 20.Jahrhunderts war nämlich eine atemlose, eine bewegte Zeit. Sigmund Freuderforschte die dunklen Seiten der Seele. Die Physik entdeckte das Geheimnis der Atome. Frauen forderten das Wahlrecht. Und der europäische Adel verabschiedete sich von der öffentlichen Bühne. In den rund 15 Jahren zwischen der Weltausstellung von 1900 im Paris und dem Beginn des Ersten Weltkriegsdurchlebte Europa einen Taumel, der Alltag, Kunst, Wissenschaft und Politikerfasste. Das moderne Europa entstand. [Blohm: «Der taumelnde Kontinent»]

 

Mitten in dieser Modernisierung von Technologie und Gesellschaftstand die Eisenbahn. Eine mutige Generation von Ingenieuren und «Finanzeuren», welche sich von der industriellen Revolution und neuen technischen Möglichkeiten faszinieren liessen, revolutionierten die Fortbewegung und ermöglichten mit der Eisenbahn die Überwindung selbst grösserer Distanzen in kurzer Zeit. Der Pioniergeist war allgegenwärtig und auch auf der Gotthardstrecke machte man sich mutig an ein phänomenales Bauwerk: Die Gotthardbahn.

 

Mit der Eröffnung der Gotthardbahn 1882 wurde am Gotthardeine erste Pionierleistung erbracht. Der Norden und der Süden rückten nichtwiederumkehrbar näher zusammen.

 

Das Erfordernis, immer grössere Lasten zu transportieren und vor allem die grossen Probleme in der Kohlebeschaffung während des Ersten Weltkrieges veranlasste die SBB, die rasche Elektrifizierung ihrer wichtigsten Strecken, darunter die Gotthardstrecke, voranzutreiben. Der benötigte Einphasenwechselstrom sollte zu einem grossen Teil durch SBB-eigene Kraftwerkeerzeugt werden. So legte die SBB im Jahr 1916 einen Plan vor, welche Bäche sie für die Produktion von Strom nutzen wollten. Mit der Inbetriebnahme des Kraftwerks Amsteg im Jahr 1922 wurde somit die zweite Pionierleistung am Gotthard erbracht. Auch hundert Jahre nach dem Bau des Kraftwerks Amsteg spieltes immer noch eine bedeutende Rolle bei der Elektrifizierung der Gotthardstrecke.

 

Im Namen des Regierungsrats des Kantons Uri danke ich den damaligen Erbauern des Kraftwerks Amsteg und den Erbauern der modernen Schweiz- sie haben uns gezeigt, was möglich ist!

 

Heute, 100Jahre nach der Inbetriebnahme des Kraftwerks Amsteg sind die Zeiten geradewieder atemlos und bewegt wie zur damaligen Zeit, insbesondere auch im Energiebereich. Während wir jahrzehntelang den Strompreis als mehr oder weniger gegeben betrachteten, ist dieser jüngst zu einem regelrechten Spielballgeworden. Die Weltpolitik mit dem Ukrainekrieg, die internationalen Verträge mit der EU insbesondere im Strombereich, die Trockenheit und psychologische Faktoren wie Angst und Verlustbefürchtungen führten im Strommarkt in der letzten Zeit zu lang- und kurzfristigen Spekulationen mit hohen Preisen und knappen Verfügbarkeiten von Energie.

 

Und der Kanton Uri ist da mitten drin! Mit dem baldigen Ablauf aller grossen Wasserrechtskonzessionen im Kanton Uri hat der Kanton die einmalige Chance, sich im Energiebereich neu aufzustellen. Der Regierungsrat ist gewillt, mit dem Pioniergeist von damals das neue Uri von morgen zu gestalten.  

 

Ich habe es erwähnt: Es sind bewegte Zeiten. Und in bewegten Zeiten sind wir gefordert, alte Partnerschaften zu pflegen und uns gegenseitig beizustehen. Das gilt insbesondere auch für die am Kraftwerk Amsteg beteiligten Partner. Wir wollen einander in bewegten Zeiten helfen. Einander Sicherheit vermitteln, jeder nachseinen Stärken.

 

Denn wir Gebirgskantone – und da ist Uri einer davon – sind das Wasserschloss, das uns in die Energiezukunft führen soll. Die SBB sind diesbezüglich seit 100 Jahren der zuverlässige Partner.

 

Heute wollen wir gemeinsam das Jubiläum feiern. Und morgen werden wir uns über die gemeinsamen Schritte für die Zukunft unterhalten. Im Hinblick auf die Rekonzessionierung der Reusskaskade soll in unserer Partnerschaft auch der alte Pioniergeist wiederaufleben. Die gegenwärtige Strommangellage führt uns deutlich vor Augen, dass das Land neue Infrastrukturen braucht, z.B. die Staudammerhöhung in der Göscheneralp.

 

In diesem Sinne feiern wie heute das Kraftwerk Amsteg und mit ihm auch die Tatkraft, den Pioniergeist und den Mut unserer Vorfahren. Und dieses Fest ist auch Ausdruck einer dynamischen, offenen und zukunftsgerichteten Beziehung zwischen Uri und den SBB.  

 

Wasserkraft bleibt das Herz den Kantons Uri!

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Ansprache Landeswallfahrt Einsiedeln 2022

22. Oktober 2022

Geschätztes Land und Volk von Uri

 

Es freut mich, Sie als neu gewählter Landammann des Kantons Uri zur Landeswallfahrt begrüssen zu dürfen. Es ist schön, dass Sie mit ihrer Teilnahmeeine Tradition aufrechterhalten, die wir heute nötiger haben, denn je.

Vor einem Jahr haben wir die Landeswallfahrt unter das Motto «Ichschenke dir ein Lächeln» gestellt. Das vergangene Jahr war das Jahr nach der Pandemie. Eine Zeit, die für uns alle in verschiedener Hinsicht sehr schwierig war. Ein Lächeln hat die magische Kraft, dass es Dinge zum Positiven verändern kann.

Ich habe darum im vergangenen Jahr immer wieder meiner Frau, meinen beiden Kindern, aber auch meinem privaten und beruflichen Umfeld bewusst ein Lächeln geschenkt. Ich hoffe, dass auch Sie in ihrem Umfeld hie und da bewusst jemand angelächelt haben. Und vielleicht haben Sie ja auch einmal jemanden Unbekannten bewusst ein Lächeln geschenkt?

Für die Landeswallfahrt hätten Sie für dieses Jahr kein besseres Motto wählen können, das an das letztjährige anknüpft. Die heutige Landeswallfahrtsteht unter dem Motto «Regenbogen». Ein Regenbogen zaubert mir regelmässig ein Lächeln in mein Gesicht. Wie ein Lächeln steht auch der Regenbogen als Symbol dafür, dass wieder bessere Dinge kommen, etwas zum Positiven verändert.

Seit mehr als 100 Jahren pilgert das Urner Volk entweder zur Muttergottesnach Einsiedeln oder nach Sachseln zum Bruder Klaus. Selbst im Pandemiejahr2020 haben wir es in kleinstem Kreise getan, als der Bundesrat keine grösseren Gruppen als 10 Personen zugelassen hat. Die Welt sieht heute natürlich andersaus, als vor 100 Jahren. Aber wir beten immer noch gemeinsam, wir tun es füreinander und mit unserer Stimme. Gott versteht jede Sprache. Und Grund zu beten haben wir nach wie vor mehr als genug.

Die heutige Gesellschaft, also wir, stehen vor der Aufgabe, grosse Veränderungen zu bewältigen, die durch Treiber wie Klimawandel, Globalisierung, Digitalisierung und Demographie beeinflusst werden. Auch der Krieg in der Ukraine führt uns wieder einmal vor Augen, dass die Gesellschaft verletzlich, der Zusammenhalt untereinander erneut auf dem Prüfstand ist. Es scheint fast, dass die guten Zeiten, die wir in den vergangenen Jahrzehnten gehabt haben, definitiv vorbei sind.

Nicht nur die Politik, sondern wir alle sind gefordert, aus diesen Herausforderungen das Beste zu machen und diese zu meistern. Wir können nicht alles ändern, manchmal ist etwas auch Schicksal oder es ist einfach etwas Gegebenes, was wir entgegen zu nehmen haben. Gegebenes entgegen zu nehmen und zu hoffen, aber auch alles zu tun, dass es wieder besser kommt. Dazu braucht es Mut und Zuversicht, und ab und zu einen Regenbogen am Himmel. Denn wie heisst es so schön: „Wer einen Regenbogen will, muss den Regen in Kauf nehmen.“

Ein Regenbogen ist ein farbenfrohes Spiel am Himmel zwischen Wasser und Licht, zwischen Regen und Sonne. Er ist ein erfrischendes und auch tröstliches Ereignis am Himmel, das den Betrachtern Hoffnung und utopische Gedankenschenkt. Und das brauchen wir in dieser Zeit.

Ich wünsche uns allen viele Regenbogen und damit viel Mut und Zuversicht für das nächste Jahr.

Der Landammann des Kantons Uri

Urs Janett

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Standartenweihe der Hist. Schützen Schweiz

16. September 2022

Liebe Schützenkameradinnen und Kameraden

Seien Sie willkommen auf der Rütliwiese. Die Wiege der Schweiz.

Gemäss historischer Überlieferung wurde hier zu Beginn des Monats August1291 die ursprüngliche Schweiz gegründet. Damit wurde auch der Mythos «Rütli» geboren, der bis in die heutige Zeit ausstrahlt. Insbesondere seit dem Rültirapport vom 25. Juli 1940, an dem der Oberbefehlshaber der Schweizer Armee, General Henri Guisan, sämtliche höhere Offiziere zum Rapport auf der Rütliwiese versammelte, um den Reduit-Plan zu verkünden, gilt das Rütli alsS innbild auch für die wehrhafte Schweiz. Und genauso wie damals stehen wir hier nun zusammen für die Standartenweihe.

Als Landammann des Gründerkantons Uri freut es mich, Sie im Namen von Land und Volk des Kantons Uri zu dieser Standartenweihe herzlich begrüssen zu dürfen.              

Die Historischen Schützen Schweiz hätten für ihre Standartenweihe keinen besseren Ort wählen können. Schon früh hat der Mythos dieser speziellen Lokalität dazu geführt, dass auch die Schweizer Schützen diesen speziellen Ort in der Schweiz huldigten. So wurde im Jahre 1861 die erste Rütlifahrt der Gewehrschützen abgehalten. Im Jahr 1873 auf dem Rütli erstmals ein Revolverschiessen durchgeführt. Beide Anlässe wurden zuerst in loser, danach in regelmässiger Folge wiederholt.

Mittlerweile haben auf der Rütliwiese 158 Gewehrschiessen und 83 Pistolenschiessenstattgefunden. Diese mittlerweile höchst traditionellen Rütlischiessen haben seit ihren ersten Austragungen nicht nur den Rütligeist in die Schweiz hinausgetragen, sondern auch unzählige Schützenfreundschaften weit über die Kantonsgrenzen entstehen lassen. Wie aus den historischen Materialien zu entnehmen ist, war es denn auch das erklärte Ziel der beiden Rütlischiessen, «den vaterländischen Geist zu stärken, der Pflege der Kameradschaft in freundeidgenössischem Geiste Platz zu geben und dadurch dem Vaterland zudienen.» Dass die Rütliwiese hierzu der richtige Ort für die Schiesssportanlässe war und ist, vermochte offensichtlich zu überzeugen. Wir dürfen heute selbstbewusst sagen, dass sich die beiden Rütlischiessen inzwischen zu den wohl «historischsten» Schiessen mit dazugehörendem gesellschaftlichem Anlass entwickelt haben.

Erfreulicherweise gibt es aber über das ganze Land verteilt 18 weitere traditionelle Schiesssportanlässe. Auch sie dürfen jeweils auf eine nicht weniger interessante Entstehungsgeschichte zurückblicken, so dass auch sie sich heute ebenfalls «historisch» nennen dürfen. An diesen Anlässen messen wir uns nicht nur sportlich, sondern treffen uns auch gesellschaftlich.

Wir wissen aber, dass diese Schiessen in verschiedener Hinsicht bedroht sind. In vielen Schützenstellungen sind es die umweltrechtlichen Auflagen, die die Weiterführung dieser Anlässe erschweren oder aufgrund der hohen Sanierungskosten gar verunmöglicht. Die Historischen Schützen Schweiz bilden ein wertvolles Dach für die Interessen aller historischen Schiessen in der Schweiz. Sie helfen uns, gemeinsam Lösungen für die individuellen Probleme zufinden und sie geben uns eine starke, gebündelte Stimme gegenüber den Behörden

Die Hist. Schützen Schweiz/wir fördern und unterstützen historische Schiessen als Manifest staatspolitischer Gesinnung und stehen ein für die Bundesverfassung und die traditionellen Werte unserer Eidgenossenschaft. So kommt es nicht von ungefähr, dass die Historischen Schützen Schweiz diesen geschichtsträchtigen Ort für ihre Standartenweihe gewählt haben.

Als Landammann, aber auch als Präsident der Historischen Pistolen-Rütlischützen, danke ich den Historischen Schützen Schweiz für ihr unermüdliches Engagement des Schützensports und insbesondere für sämtliche 20 historische Schiessen in der Schweiz. Es freut mich, dass sie sich nun eine Fahne als ihr Hoheitszeichen geben.

Möge die Standarte der Historischen Schützen Schweiz ab jetzt und in aller Zukunft über die historischen Schiessen schützend wehen!

 

Der Landammann des Kantons Uri

Urs Janett

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